Dringender aufruf

Nein zur Anti-Menschenrechtsinitiative

Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP will die offene Schweiz zerstören. Sieben von tausend Gründen, sie zu bekämpfen:

1. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP schwächt unsere Grundrechte. Indem diese Initiative die Menschenrechte bekämpft, schafft sie in der Schweiz nicht mehr Unabhängigkeit, sondern mehr Willkür und rechtliche Unsicherheit.

2. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP schränkt die Demokratie ein. Indem sie die europäische Menschenrechtskonvention in Frage stellt, verhöhnt sie die 170jährige Schweizer Demokratie, die es ohne Menschenrechtserklärungen gar nicht gäbe.

3. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP hebelt die Gewaltenteilung aus. Indem sie gegen «fremde Richter» polemisiert, meint sie eigentlich die Schweizer Richterinnen und Richter. Diese sollen auf einen menschenrechtsfeindlichen Kurs gezwungen werden.

4. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP schadet der Wirtschaft. Indem die Schweiz dazu übergeht, internationale Verträge nach Bedarf zu brechen, verhält sie sich unredlich und unzuverlässig in der Welt. Wer soll mit uns noch Geschäfte machen? 

5. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP gefährdet die europäische Sicherheit. Indem sie wohlbegründete Schutzmechanismen aus der Zeit nach den Verbrechen des Nationalsozialismus für ungültig erklärt, unterstützt sie ein Europa der aggressiven Nationalisten.

6. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP schränkt die Freiheit ein. Indem Abstimmungsresultate wie jenes zur «Masseneinwanderung» künftig höher bewerten werden als das Menschenrecht, wird es für Minderheiten in unserem Land bedrohlich.

7. Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP sabotiert das friedliche Zusammenleben von uns allen. Indem sie regelmässig Probleme aufbauscht, die für die meisten Schweizerinnen und Schweizer gar keine sind, missbraucht sie demokratische Instrumente für Hetze, Verleumdung und Desinformation.

Die «Selbstbestimmungsinitiative» der SVP ist eine Anti-Menschenrechtsinitiative.  Sie ist eine Zwängerei gegen Recht, Demokratie und Anstand.

Wir stimmen Nein. Was stimmen Sie?

Die Erstunterzeichnenden

Mehr als hundert Menschen aus der ganzen Schweiz haben diesen Aufruf gemeinsam lanciert. Vom Landwirt bis zur Alt-Bundesrätin, von der Unternehmerin über den Architekten bis zur Schriftstellerin kommen sie aus allen Teilen der Gesellschaft.

+ Liste der Erstunterzeichnenden

Fanny De Weck, Rechtsanwältin, Zürich

Irene Loebell, Filmemacherin, Zürich

Niccolò Raselli, ehem. Bundesrichter

Annette Hug, Schriftstellerin, Zürich

Stefan Keller, Historiker, Zürich

Paul Rechsteiner, Rechtsanwalt, St. Gallen

Jacques Picard, Historiker, Professor em., Zürich

Elisabeth Kopp, a. Bundesrätin, Zumikon

Philipp Sarasin, Professor Geschichte

Annemarie Huber- Hotz, a. Bundeskanzlerin, Präsidentin SRK, Baar

Esther Girsberger, Publizistin und Unternehmerin, Zürich

Ruth Dreifuss, a. Bundesrätin, Genf

Benedikt Weibel, ehem. Chef SBB

Mike Müller, Schauspieler und Autor, Zürich

Dana Grigorcea, Schriftstellerin

Perikles Monioudis, Schriftsteller

Pierre-Yves Maillard, Regierungsrat Waadt

Johann Bucher, a. Botschafter, Bern

Guido Cotter, a. Kantonsgerichtspräsident, Kantonsrat, Sarnen

Christine Durrer, Leiterin der kant. Fachstelle für Gesellschaftsfragen, Sarnen

Guido Steudler, pens. Arzt und a. Kantonsrat, Wilen bei Sarnen

Claudia Dillier-Küchler, Geschäftsführerin Pro Senectute, Sachseln

Wolf Altorfer, dipl. Arch. ETH, Zürich und Giswil

Sarita Ranjitkar Altorfer, dipl. Sozialarbeiterin FH, Zürich

Oskar Mörikofer, Rechtsanwalt, Kaiseraugst

Stéphanie Mörikofer-Zweez, a. Regierungsrätin FDP, Kaiseraugst

Marie-Luise Raselli, Flüeli- Ranft

Nicole Wildisen, Gymnasiallehrerin, Sarnen

Albert Ambros, Landwirt, Kantonsrat, Giswil

Toni Reichmuth, pens. Arzt, Steinen

Jakob Tanner, Historiker, Professor em., Zürich

Markus Notter, a. Regierungsrat, Dietikon

Karin Hutter, Grafikerin

Margrit Wick-Werder, Historikerin, Biel

Cecile Bühlmann, a. Nationalrätin, Luzern

Volkhard Scheunpflug, Sarnen

Alfons Fässler, Arzt, Kägiswil

Beny Kiser, Journalist, Ramersberg

Susanne Imbach, Juristin, Basel

René Cotter, Journalist, Luzern

Leo Amstutz, Sozialarbeiter, a. Landrat, Beckenried

Hansruedi Wigger, Rechtsanwalt, Luzern

Karl Röthlin, Physiotherapeut, Oberengstringen

Thomas Pfisterer, a. Bundesrichter, a. Regierungsrat und a. Ständerat, Aarau

Matthias Mahlmann, Professor für Philosophie und Theorie des Rechts, Rechtssoziologie und Internationales Öffentliches Recht, Zürich

Guy Morin, a. Regierungspräsident Basel Stadt, Basel

Peter Arbenz, Strategieberater, a. Stadtrat Winterthur, Winterthur

Dick Marty, a. Ständerat, Vizepräsident der World Organisation against Torture, Lugano

Georg Kohler, Professor em. für politische Philosophie, Zürich

Peter Niggli, Journalist, ehem. Geschäftsführer Alliance Sud

Peter Studer , a. Verwaltungsrat SDA und a. Chefredakteur Tagesanzeiger

Vasco Pedrina, ehem. UNIA Co-Präsident

Paolo Bernasconi, Professor em., Rechtsanwalt, a. Staatsanwalt, Lugano

Christine Egerszegi-Obrist, a. Ständerätin/ Nationalratspräsidentin 06/07

Raymond Spira, ehemaliger Bundesrichter, La Chaux-des-Fonds

Markus Wick, pens. Gymnasiallehrer, Biel

Peter Schmid-Lussi, pens. Steuerbeamter, Stans

Yvonne-Denise Köchli, XANTHIPPE-Verlag, Zürich

Susanne Leuzinger, a. Bundesrichterin, Zürich

Verena Mühlethaler, Pfarrerin, Zürich

Ellen Ringier, Zürich

Hildegard Fässler, a. Nationalrätin, Grabs

Sylvia Egli-von Matt, ehem. Direktorin MAZ, Luzern

Monika Stocker, a. Stadträtin, Zürich

Irina Studhalter, Grosstadträtin, Luzern

Ursula Haller, a. Nationalrätin, Thun

René Rhinow, Basel

Anne-Catherine Menétrey-Savary, a. Nationalrätin, St. Saphorin

Dorothee Kohler, Germanistin, Zürich

Josef Lang, a. Nationalrat, Bern

Balthasar Glättli, Nationalrat, Zürich

Werner Kramer, Theologe, Professor, Zürich

Jörg Paul Müller, Professor em., Hinterkappelen

Moritz Leuenberger, Zürich

Dominik Brun, Schriftsteller, Engelberg

Elisabeth Brun-Portmann, Engelberg

Georg Kreis, Historiker, Professor em., Basel

Beat Bühlmann, Journalist, Luzern

Rifa’at Lenzin, Islamwissenschaftlerin, Zürich

Brigitte Mürner, a. Regierungsrätin, Luzern

Felizitas Zopfi, Lehrerin, Luzern

Roland Neyerlin, Philosoph, Luzern

Michael Töngi, Nationalrat, Kriens

Maya Doetzkies, Journalistin, Zürich

Roland Müller, Psychotherapeut, Luzern

Sandro Cattacin, Soziologe, Genf

Fulvio Caccia, a. Nationalrat, Camorino

Gianluca Padlina, Rechtsanwalt, Vizepräsident Tessiner-Anwaltsverband, Mendrisio

Antonio Pelli, Journalist, Aranno

Renato Martinoni, Professor em., Universität St. Gallen, Minusio

Jean Zwahlen, a. Botschafter, a. Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Nationalbank

Giovanna Masoni Brenni, Rechtsanwältin und Notarin, a. Stadträtin sowie Vizebürgermeisterin Stadt Lugano, Lugano

Marco Mona, Anwalt, Zürich

Alex Capus, Schriftsteller, Olten

Martin R. Dean, Schriftsteller, Basel

Silvia Henke, Kulturwissenschaftlerin, Basel

Martin Heule, Journalist, Lausanne

Gabriela Kaegi, Musikjournalistin, Basel

Charles Lewinsky, Schriftsteller, Zürich

Felix Schneider, Journalist, Basel

Eric Bergkraut, Filmemacher, Zürich

Ivan Farron, Schriftsteller, Pully

Sarah Neuenschwander, Rechtsanwältin, Zürich

Julia Reichert, Dramaturgin und designierte Direktorin, Zürich

Benjamin Weiss, Filmemacher, Zürich

Laura de Weck, Autorin, Zürich

Francesca Caputo, Rechtsanwältin, Zürich

Lorenz Erni, Rechtsanwalt, Zürich

Madeleine Dreyfus, Psychoanalytikerin, Zürich

Peter Emch, Künstler, Zürich

Barbara Higgs, Leitung Fundraising & Development (Schauspielhaus Zürich)

Sven Rufer, Filmemacher, Zürich

Nina Burri, Assistenz-Staatsanwältin am Internationalen Strafgerichtshof, Den Haag

Michael Hagner, Wissenschaftshistoriker, Zürich

Beat Allenbach, Journalist, Torricella

Babak Fargahi, Rechtsanwalt, Zürich

Valerio Priuli, Jurist, Chur/Zürich

Esther Hodel, Sozialpädagogin, Zürich

Daniel Kampa, Verleger, Zürich

Liliane Blum, Rechtsanwältin, Zürich

René Bloch, Professor Judaistik, Bern

Olivier Vodoz, Anwalt, anc. Président du Conseil d’Etat de la République et Canton de Genève

Nils de Dardel, Anwalt, Genf

Chiara Simoneschi-Cortesi, a. Nationalrätin, a. Nationalratspräsidentin, Lugano Massagno

Matteo Quadranti, Grossrat im Tessin, Chiasso

Gabrielle Nanchen, a. Nationalrätin, Wallis

Aurelio Galfetti, Architekt, Bellinzona

Valérie Boillat, Bildungsverantwortliche, Genf

Serge Gnos, Gewerkschaftssekretär, Zürich

Maria Lou Perez, Conseillère municipale, Genève

Tobias Schnebli, Conseiller municipale, Genève

Bruno Lezzi, Ehemaliger NZZ-Redaktor für Sicherheits- und Militärpolitik, Dozent Universität Zürich, Klichsberg

Martino Mona, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie, Universität Bern, Bern

Alfred Meier, Professor em. für Volkswirtschaftslehre HSG, St. Gallen

Markus Mader, Direktor SRK, Bern

Sabrina Gendotti, Rechtsanwaltin und Grossrätin, Massagno, Tessin

Furio Pini, Professor em. Mathematik, Gudo

Cornelio Sommaruga, ehem. Staatssekretär für Wirtschaft, Genf

Ellinor v. Kauffungen, Journalistin, Rheinau

Marcel Naegler, Kommunikationsberater, Rheinau

Felix Gutzwiller, Professor, a. Ständerat, Zürich

Reto Medici, Jugendanwalt, Lugano

Jean-Daniel Gerber, ehm. Staatsekretär, Jegenstorf

Rocco Bonzanigo, Rechtsanwalt, Lugano

Daniel Thürer, Prof. em. an der Universität Zürich, Zürich

Henry Both, Sozialarbeiter und Mitbegründer Schutzfaktor M, Bern

Heinz Ermatinger, Psychologe und Organisationsberater, Zürich

Hannes Frischknecht, Chemiker, pensioniert, Zürich

Elke Fenner, Biologin, pensioniert, Zürich

Christine Beerli, a. Ständerätin Kt. Bern, Biel

Therese Frösch, Präsidentin Helvetas, Bern

Melchior Lengsfeld, Geschäftsführer Helvetas, Zürich

Loris Scola, Gymnasiallehrerin, Zürich

Hugo Fasel, Direktor Caritas Schweiz, Luzern

Emil Steinberger, Kabarettist, Basel

Niccel Steinberger, Lachtrainerin, Basel

Eduard Gnesa, ehem. Botschafter für internationale Migrationszusammenarbeit, Bern

Maya Maurer, a. Jugendanwältin, Thalwil

Walter Schmid, Präsident des Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz, Luzern

Michael Steudler, Jurist, Winterthur

Eveline Hasler, Schriftstellerin, Ronco s. Ascona

Alex Sutter, pens. Geschäftsleiter humanrights.ch, Wabern

Rosemarie Dormann, a. Nationalrätin, Rothenburg

Josef Estermann, a. Stadtpräsident, Zürich

Jürg Kälin, Arzt, Luzern

Renata Sibler, Gerichtsschreiberin, Luzern

Paul Huber, a. Regierungsrat, Luzern

Annemarie Schnider, Sachseln

Andreas Auer, Professor em., Zürich

Werner Jöri, a. Nationalrat, Ennetbürgen

Brigitte Hürlimann, Journalistin, Zürich

Lukas Pfisterer, Grossrat, Präsident FDP AG, Aarau

Bernadette Halter, Alpnach

Thomas Wallimann-Sasaki, Landrat NW, Präsident Justitia und Pax, Ennetmoos

Nesa Zimmermann, Juristin, Neuchâtel

Vera Rottenberg, a. Bundesrichterin, Zollikon

Cédric Wermuth, Nationalrat, Kommunikationsberater, Zofingen

Ruth Genner, a. Nationalrätin und Stadträtin, Zürich

Irène Kälin, Nationalrätin, Oberflachs

Ueli Mäder, Soziologe, Professor em., Beinwil am See

Doris Strahm, Publizistin, Basel

Eva Morger, Kantonsrätin, Sachseln

Stephan Baer, Küssnacht am Rigi

Visnja Jenni, Pädiaterin, Obersiggenthal

Daniel Jenni, Kardiologe, Obersiggenthal

Giovanni Merlini, Advokat, Nationalrat und Notar, Minusio

Marianne Herzog, Zürich

Mario Botta, Architekt, Mendrisio

Nicola Ehrli, Ausbildung, Beratung und Mediation, Zürich

Thomas Dähler, ehem. Parlamentsdienst-Leiter, BS, Zürich

Reinhild Asmuth, Sachseln

Minka Rohrer-Weerkamp, Alpnach

Bernadette Egli Omlin,

Martin Omlin-Egli,

Joy Matter, a. Gemeinderätin Stadt Bern, Bern

Vania Alleva, Präsidentin UNIA, Bern

Fritz Osterwalder, Professor em. Universität Bern, Bern

Patricia Pedrina, ehem. Leiterin Beratungs- und Rehabilitationbsstelle für Sehbehinderte des Kt. Bern, Bern

Edwin Berchtold, a. Kantonsrichter, Sarnen

Marie- Theres Burch, Stalden

Tamara Funiciello, Präsidentin JUSO, Bern

Anna Rosenwasser, Geschäftsleiterin Lesbenorganisation Schweiz (LOS), Zürich

Roman Heggli, Geschäftsleiter Pink Cross, Basel

Helen Keller, Mitglied des EGMR, Strassburg

Felix Liatowitsch, Anwalt, Basel

Peter Steiger, Professor em., Architekt, Zürich

Giorgio Tuti, Präsident SEV- Gewerkschaft des Verkehrspersonals

Marco Cameroni, ehem. Generalkonsul

Manuele Bertoli, Regierungsrat Tessin

Marco Blaser, ehem. Direktor der RTSI (Radio Televisione Svizzera Italiana)

Pasquale Genasci Historiker

Nelly Valsangiacomo, Professorin Universität Lausanne, Lausanne

Fabio Dozio Journalist, Massagno

Aldo Ferrari, Vizepräsident UNIA

Pascal Vandenberghe, Präsident und Geschäftsleiter Payot

Gabriele Rossi, pensionierter Historiker

Renzo Ambrosetti, Ehem. Co-Präsident UNIA

Laura Sadis, Lugano

Esther Schoellkopf Steiger, Psychoanalytikerin, Zürich

Sabina Zimmermann, Lehrerin, Zürich

Ronnie Bernheim, Unternehmer, Herrliberg

Heidi Witzig, Historikerin, Winterthur

Rosemarie Zapfl, a. Nationalrätin, Rüti

Anita von Rotz, Kerns

Anna Häfliger, Sarnen

Werner Häfliger, Sarnen

Suzanne Kristiansen, Sarnen

Kerim Seiler, Künstler, Zürich

Blaise Matthey, Geschäftsführer der Fédération des Entreprises Romandes Genève (FER Genève), Generalsekretär der FER

John Noseda, Generalstaatsanwalt Tessin

Bruno Balestra, Ehemaliger RTSI-Direktor

Sergio Rossi, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Freiburg

Fabio Pusterla, Schriftsteller

Sandro Cattacin, Professor der Universität Genf

Ivan Slatkine, Präsident der Fédération des Entreprises Romandes Genève (FER Genève)

Elmar Ledergerber, a. Stadtpräsident Zürich

Valerie Debernardi, Juristin, Tessin

Paola Merlini, Anwältin Inclusion Handicap, Tessin

Gianpaolo Cereghetti, a. Schulleiter Liceo Lugano 1, Lugano

Martina Caroni, Professorin Universität Luzern, Luzern

Goran Mazzucchelli, Professor Universität Luzern, Luzern

Renato Martinoni, Professor Universität St. Gallen, St. Gallen

Marco Baggi, Student Rechtswissenschaften

Martino Colombo, Jurist, Tessin

Morena Ferrari, Stadtrat PLR, Tessin

Maurizio Binaghi, Dozent, Tessin

Giulia Walter, Juristin, Tessin

Filippo Contarini, Doktorand juristische Theorie, Tessin

Renato Cabrini, Advokat, Tessin

Sascha Lara Bleurer, Direktor Human Rights Film Festival Zürich, Zürich

Bildschirmfoto 2018-10-08 um 14.54.00.png

Spenden

Wir wollen auch im öffentlichen Raum mit unserem Nein präsent sein. Bisher wurden rund 300’000 Franken gespendet. Damit können wir 1000 Plakate an den grössten Schweizer Bahnhöfen aufhängen und Online-Werbung schalten. Um die Schlussmobilisierung unserer Kampagne finanzieren zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns über jede kleine und grosse Spende!

2016 wurde unser «Nein» zu einem starken Symbol gegen die SVP «Durchsetzungsinitiative»: Auf Plakaten, in Inseraten und auf Buttons, überall im ganzen Land war es sichtbar. Sollten wir mehr Geld sammeln, wie wir für die Plakate und die Online-Werbung benötigen, werden wir uns erneut zusätzliche Werbemittel überlegen.

 

Kurzargumentarium

Zentrale Errungenschaften aufgeben?

Menschenrechte sind eine zentrale Errungenschaft des demokratischen Rechtsstaates, wie wir ihn heute kennen. Menschenrechte zählen zu den wichtigsten Rechten der Demokratie, auf die wir nicht verzichten können. Sie betreffen alle Lebensbereiche und wurden in Jahrhunderten erkämpft. Auf der ganzen Welt und auch in der Schweiz.

Universale Prinzipien aufkündigen?

Nach ihrer ersten Formulierung 1776 in Philadelphia und 1789 in Paris haben sich die Menschenrechte in einem langen Prozess trotz zahlreicher Rückschläge und Niederlagen stets weiterentwickelt. 1948 verabschiedete die UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und bezeichnete diese als verbindlich für alle Menschen. 1950 formulierte der Europarat die Europäische Menschenrechtserklärung und schuf als Institution den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof, um die Grundfreiheiten der Bewohnerinnen und Bewohner Europas zu schützen. UNO und Europarat reagierten so auf die Erfahrung nationalsozialistischer und faschistischer Willkürherrschaft.

Den Rechtsstaat zurückbuchstabieren?

Die Schweiz hat sich 1848 zwar als erster demokratischer Rechtsstaat in Europa etabliert. Doch die Menschenrechte galten hier lange Zeit nur für einen Teil der Bevölkerung. Nicht vor 1866 wurden – auf ausländischen Druck hin – auch die Schweizer Juden gleichberechtigt. Mehr als hundertzwanzig Jahre dauerte es bis zur Einführung des Frauenstimmrechts. Erst 1974 hatte die Schweiz die rechtsstaatlichen Anforderungen hinreichend erfüllt, um der Europäischen Menschenrechtskonvention beizutreten.

Letzte Instanz abschaffen?

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg ist kein «fremder Vogt», sondern ein von den Mitgliedsstaaten gemeinsam ernanntes Gericht. Jeder Staat ist darin gleich stark vertreten. Der Menschenrechtsgerichtshof bildet die letzte Instanz für all jene Leute, die sich in einem europäischen Land gegen die Verletzung ihrer Menschenrechte wehren. Er gibt uns allen Schutz vor Machtmissbrauch und Willkür.

Rechtsextreme Ziele unterstützen?

Unter dem Vorwand der «Selbstbestimmung» will die Anti-Menschenrechtsinitiative der SVP die menschenrechtlichen Regeln des internationalen Zusammenlebens aufkündigen. Die SVP bewegt sich damit auf gleicher Linie wie autoritäre, undemokratische Regimes in- und ausserhalb Europas. Die Anti-Menschenrechtsinitiative der SVP entspricht der Politik der rechtsextremen Demokratieverächter auf der ganzen Welt. Sie öffnet der Willkür Tür und Tor.